Meine Investitionsstrategie – 6 Fehler die ich heute nicht mehr machen würde

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Es ist wichtig, die eigenen Investitionsziele zu definieren, oder sparst du einfach nur so vor dich hin? Nein, ich auch nicht. Aber es hat tatsächlich einige Zeit gedauert, bis meine Ziele fürs Investieren richtig definiert waren. Und jetzt beim Schreiben bin ich mittlerweile auf dem Standpunkt, das ich es wieder anders anfangen würde. Warum und wieso, erkläre ich dir in diesem Beitrag und versuche die Idee hinter meiner Investitionsstrategie und den damit verbundenen Zielen zu erklären.

1. Aller Anfang ist wichtig

Stell dir vor, du planst Geld zu investieren und recherchierst was das Zeug hält. Neben YouTube Videos von Finanz YouTubern verfolgst du die aktuellen Geschehnisse in der Weltwirtschaft, nebenbei hast du noch ein bisschen Fachliteratur gelesen. Neben einer gewissen Unsicherheit, ob jetzt überhaupt der richtige Zeitpunkt zum Investieren ist wartest du ab. Denn grade ist eine Überbewertung des Marktes da und ein neues Allzeithoch geistert durch die Medien. Platz jetzt evtl. eine Blase und der ideale Einstiegspunkt kommt jetzt demnächst, ganz sicher, irgendwann?

Wer nur zuschaut und nicht agiert, fängt auch nicht an! Klar, die Angst davor Fehler zu machen hatte ich auch am Anfang und schaute beinahe täglich ins Depot um den Wert des Depots zu verfolgen. Einer meiner kleineren Fehler. Womit aber anfangen? Aus meiner heutigen Sicht ganz einfach mit einem ETF der den Weltmarkt abbildet.

Das kann ein ETF auf den MSCI World Index mit oder ohne (ACWI), oder ein ETF auf den FTSE Developed World oder den FTSE All-World Index sein. Wenn ich aus heutiger Sicht am Anfang stünde, dann hätte sich mein heutiges ich für den FTSE All-World in der ausschüttenden Variante entschieden.

2. Zeit ist alles

Am Anfang habe ich gedacht, wenn du investierst dann siehst du schnell einen Erfolg. Fehler Nummer 2 von mir. Investieren ist eher wie ein Marathon, nix für kurzfristige Zeiträume. Je länge du investieren kannst und je länger das Geld für dich arbeiten kann, umso mehr profitierst du vom Zinseszinseffekt. Generell sollte beim Investieren in einen ETF der Anlagehorizont mind. 10 Jahre betragen. Wie gesagt, je länger, umso besser. Das ist Fehler Nummer 3 von mir, da ich mich leider erst mit 40 Jahren mit dem Investieren beschäftigt habe.

Aller Anfang ist wichtig, und da Zeit ein wesentlicher Faktor beim Investieren ist sollte so früh wie möglich damit begonnen werden. Für mich ist es etwas ärgerlich erst so spät damit begonnen zu haben, wenn ich die Möglichkeit hätte, würde mein früheres ich mit spätestens 18 beginnen.

3. Definiere dein InvestitionsZiel

Alle wege führen nach Rom, aber nicht alle Wege führen zum Erfolg. Du solltest wissen, wofür du investierst, denn nur dann wirst du auch in schwierigen Zeiten deinen Plan, dein Ziel zu erreichen, durchhalten. Eines kann ich mir nicht als Fehler vorwerfen, nämlich planlos gestartet zu sein. Mein Fehler ist es das ich es nicht einfacher gehalten habe. Komplexität ist dein Feind für langfristiges investieren, verfolge das Prinzip KISS: Keep it stupid simple.

Je mehr du in verschiedene Produkte investierst, umso höher sind unter Umständen die laufenden Kosten und dein Zeitfaktor. Theoretisch kann durch Mehraufwand eine Überrendite zum Weltmarkt erreicht werden, aber auf lange Sicht eben nicht.

4. Meine Ziele

Sicherlich hast du schon gedacht, wann endlich komme ich darauf zurück, oder? Mir war es wichtig die vorgenannten Punkte zu beschreiben, da diese mit Bestandteil meines Zieles sind. Letztendlich ist die Strategie wie und womit ich investiere über ein paar Jahre gewachsen und wie ich oben schon erwähnt habe, aus heutiger Sicht wäre es anders gewesen.

Mein Hauptziel ist es, meine Rente aufzubessern. Ich möchte nicht Reich durchs investieren werden (wäre schön, aber unrealistisch), sondern wie der Finanzwesir so schön William Bernstein zitiert:

Das Ziel ist es nicht arm zu sterben.

Mit Anfang 40 hatte ich also einen Anlagehorizont von 27 Jahren bis zum Regelrenteneintritt. Ein ausreichender Zeitraum um in ETFs zu investieren.

Um das Hauptziel zu erreichen, investiere ich per Sparplan in den FTSE Vanguard All-World Acc. ETF, das ist die thesaurierende Variante. Doch ein kleineres Problem ergab sich hieraus, den Steuerfreibetrag hätte ich durch Teilverkäufe nur realisieren können. Für mich zu umständlich, und außerdem könnte ich ja durch Dividenden den Steuerfreibetrag ausnutzen und zeitgleich meinen monatlichen Cashflow erhöhen. Und willkommen bei meinem Fehler Nummer 4, ich habe einfach nicht nach KISS gehandelt.

4.1 Ausnutzen des steuerlichen Freibetrages

Als ich mich für das nachstehende entschieden habe fand ich es eine gute Idee. Prinzipiell kann ich auch sagen, das es keine schlechte Idee war, aber mein heutiges ich hätte anders entschieden.

Um den steuerlichen Freibetrag in der Zusammenveranlagung auszunutzen, können Dividenden von 1602 € erreicht werden. Mein Plan war dies durch monatliche Dividendenzahlungen durch ETFs umzusetzen. Mit einer monatlichen Sparrate wird in folgende ETFs investiert:

  • SPDR S&P Global Dividend Aristocrats UCITS ETF
  • iShares STOXX Global Select Dividend 100 UCITS ETF (DE)
  • VanEck Vectors Global Real Estate ETF

Mir war von Anfang an bewusst das durch die beiden erstgenannten ETFs eine Dopplung von Werten durchaus vorkommt, gleichzeitig hielt ich die Diversifikation über jeweils 100 Titel als ausreichend. Selbst nach dem Coronachrash bin ich innerhalb von 6 Monaten im Schnitt wieder im Plus gewesen. Bei einer durchschnittlichen Dividendenrendite von 3,5 % sind knapp 13.000 € je ETF zu investieren.

Nach Erreichen dieses Zieles werden die Sparpläne auf diese ETFs eingestellt. Bis zum Erreichen des Zieles investiere ich die eingehenden Dividenden durch Erhöhung des Sparplanes. Dazu nehme ich den Schnitt der letzten 6 Dividendenzahlungen, teile diese durch drei und schlage den Betrag auf den ursprünglichen Sparbetrag obendrauf.

Fällt die Investition, also der Sparbetrag, weg, dann bleibt neben der Sparrate eine monatliche Dividende von rund 133 € über.

Kommen wir zum Fehler Nummer 5 und wie ich es heute anders machen würde. Es werden in 3 ETFs mittels Sparplan investiert, wodurch zum einen höhere Kosten durch die Sparplanausführung entstehen, die TER aller 3 ETFs im Schnitt höher liegt als die Alternative die mein heutiges ich von Anfang an nutzen würde und die Kursperformance ist im Vergleich zu einem MSCI World oder FTSE All-World schlechter.

Ein monatlicher Cashflow ist schön und fühlt sich gut an, keine Frage. Aber letztendlich kein Grund eine solche Konstellation von 3 ETFs mit unterschiedlichen Ausschüttungsintervallen zu nutzen. Ich nehme das erst mal so in Kauf und werde nicht anfangen alles umzuschichten. Stünde ich vor dem Anfang und möchte zum einen mit dem Investieren starten und gleichzeitig über Ausschüttungen den Freibetrag nutzen, dann hätte ich aus heutiger Sicht den FSTE All-world Distr. genommen. Es macht keinen Unterschied, ob die Ausschüttungen monatlich oder quartalsweise erfolgen.

Die Ausschüttung liegt beim FSTE All-World zwischen 1,5 und 2 %, wodurch sich das Problem ergibt, das mehr investiert werden muss, um bei der Ausschüttung von 1,5 bis 2% die Freibetrag ausnutzen zu können. Dafür erhält man aber im gleichen Zug eine bessere Performance des gesamten ETfs.

Verlier beim Investieren nicht dein Ziel aus den Augen. Denn hier kommen wir zu meinen Fehler Nummer 6. Ich habe neben den Ausschüttenden ETFs gleichzeitig in einen thesaurierenden ETF auf den FSTE All-World investiert und investiere noch parallel in Aktien. Bleib fokussiert und erreiche erst ein Ziel um sich dann dem nächsten Ziel zu widmen.

4.2 Das Basisinvestment – Nicht arm sterben

Generell hätte ich, wenn ich obiges Ziel verfolgt hätte, entweder in die ausschüttende Variante weiter investieren können. Dazu ist dann in Kauf zu nehmen, das von den Ausschüttungen nach erreichen des Freibetrages Steuern einbehalten werden. Deswegen ist es etwas sinnvoller nach dem erreichen des Freibetrages in einen thesaurierenden ETF zu investieren. Erhaltene Ausschüttungen können dann schon mit in die Sparrate einfließen.

Reicht denn die Ein ETF Lösung aus? Ja, mit dem FSTE All-World wird in knapp 3.800 Unternehmen investiert. Neben den Industrieländern werden auch knapp 10 % der Schwellenländer in dem ETF abgedeckt. Aber mal Hand aufs Herz, wirklich einfach nur sein Geld in diesen ETF investieren? Ja, dazu kann ich dir durchaus die Lektüre von Gerd Kommer empfehlen und die Aussage vom Finanzwesier Albert Warnecke der die Zahl von 400.000 € in einem ETF als möglich erachtet.

Relativieren mal die Zahl, bei einem reinen Aktiendepot welches 25 Positionen umfasst, um ausreichend diversifiziert zu sein wären bei oben angenommener Investitionssumme 16.000 € je Aktienposition investiert. Puh, das ist echt viel. Auf Rente-mit-dividende.de wird ein Aktiendepot geführt in dem von 50 Aktien je Position 10.000 € erreicht werden sollen. Hmm, aber der ETF enthält 3800 Unternehmen. Genau wir sprechen hier umgerechnet gerade mal von ca 105 € je enthaltenem Unternehmen in diesem ETF.

Für mich passt das sehr gut, und seien wir mal ehrlich, bis die 400.000 € erreicht sind bin ich vermutlich schon im Ruhestand. Wie mein jetziges Investment aussieht, zeige ich dir im Portfolio.

5. Fazit

Halte es nach dem KISS Prinzip: Einfach! Investiere in einen ausschüttenden ETF auf den Weltindex (MSCI Word bzw. MSCI World ACWI / (IMI) oder FTSE All-World) bis dein Steuerfreibetrag durch Ausschüttungen ausgenutzt wird. Danach wird in einen thesaurierenden ETF auf den Weltindex investiert. Vermeide meine 6 Fehler und fange an früh zu investieren.

Was sind deine Fehler beim Investieren gewesen?

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