Warum ich in P2P vorerst nicht mehr weiter investiere!

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Urlaub ist was schönes, wir hatten das Glück an der Nordsee an den Dünen und dem Meer 10 Tage verbringen zu können. Es herrscht Ruhe, der Arbeitsalltag bleibt daheim. Zeit sich der Familie und dem Hobby zu widmen. Neben dem Fotografieren sind Finanzen tatsächlich so etwas wie Leidenschaft, der ich auch gerne im Urlaub den ein oder anderen Gedanken schenke.

Neben diversen potentiellen Aktien, habe ich mir vor allem meine Portfolio Aufteilung angeschaut und wie diese prozentual verteilt sind. Im April stellte ich meine 3 Sparpläne für die thesaurierenden ETFs auf einen einzigen ETF um und setzte mir damit auch ein neues Ziel. So wie im Urlaub scheinbar die Zeit viel zu schnell vergeht, so reifte mit der Zeit auch mein Verständnis fürs Investieren.

Denn Zeit wird für Aufwand benötigt, mal mehr oder weniger. Je mehr ich in unterschiedliche Produkte investiere, um so mehr muss ich mich damit beschäftigen, recherchieren, einrichten und kontrollieren. Letzteres ist Pflicht um auch den Erfolg einer Investition zu messen. Aber je mehr Zeitaufwand hinter einer Investition steckt, umso weniger Zeit bleibt für andere Sachen über.

Wissen ist Macht! Wenn wir wissen, was das Ziel ist, so ist es einfacher den Weg dahin zu finden. Dazu benötigt es zwei Sachen: 1.) Die Bestandsaufnahme und 2.) Die geplante Portfolio Aufteilung.

1. Die Bestandsaufnahme – Meine P2P Portfolio Aufteilung

Wenn du weist wo du stehst, dann kannst du dich orientieren, vergleichen oder abwägen, ob du einen kurzen oder langen Weg vor dir hast. Da ich meine Investitionen in Portfolio Performance einpflege, lässt sich die Bestandsaufnahme recht schnell erledigen. Meine Portfolio Aufteilung ist wie folgt gegliedert:

  • ETFs zu Vermögensbildung
    Hier fallen alle thesaurierende ETFs rein die ich halte bzw. in den ich nur noch investiere
  • Die Dividendenstrategie
    Dazu zählen die ausschüttenden ETFs und Aktien die Dividende zahlen
  • P2P
    Plattformen zur Kreditvergabe

ETFs zur Vermögensbildung sollen absolut passiv mittels Sparplan bis zur Rente bespart werden, während über die Dividendenstrategie ein möglichst monatlicher passiver Cashflow generiert werden soll. P2P Plattformen stellen einen Risikoanteil im Portfolio da. Doch wie sollte die Gewichtung der einzelnen Positionen zu einander sein? Da wir erst mal im Bestand sind kann ich die Zahlen einfach ermitteln.

  • 54,31% ETFs zu Vermögensbildung
  • 29,83% Die Dividendenstrategie
  • 15,86% P2P-Plattformen

Und genau diese Zahlen sind ein Problem. Mein Weg ist erfreulicherweise nicht allzu weit, aber recht schwierig und das liegt an den P2P-Plattformen. Denn auch wenn mir mein Ziel bereits bewusst ist, wo ich hin möchte, ist das erreichen leider nicht kurzfristig erreichbar. Außer mit Verlusten und die möchte ich gerne vermeiden. Denn hier zeigt sich ein Nachteil von P2P Plattformen, entweder du bist über den Zeitraum der Kreditvergabe investierst, oder du musst unter Umständen mit Abschlägen auf dem Zweitmarkt verkaufen.

Ich habe tatsächlich durch Begeisterung und Plattformdiversifikation bei P2P mehr investiert als von den meisten empfohlen wird. Der Risikoanteil sollte max. 10% betragen.

2. Die geplante P2P Portfolio Aufteilung

Im Urlaub habe ich einige Zahlen hin und her geschoben, Berechnungen verworfen und auch mir mal ein Bier gegönnt. Keine Angst, ich werde dir jetzt keine Bierdeckelrechnung für etwas so wichtiges aufmachen. Entschieden habe ich mich nicht für fixe Zahlen, sondern für maximale und minimale Prozentuale Gewichtungen im Portfolio.

In Zukunft soll die Gewichtung der Portfolio Aufteilung wie folgt gestaltet werden:

  • Min. 60% ETFs zur Vermögensbildung
  • Max. 30% Dividendenstrategie
  • Max. 10% P2P-Plattformen

Neben dem Weg dahin, also wie ich diese Zielsetzung umsetze, ist auch der Faktor Zeit ausschlaggebend. Wie schnell möchte ich diese Gewichtung erreichen? Dazu noch 2 oder 3 Gedanken zu den P2P Plattformen in denen ich investiert bin. Denn insgesamt habe ich 3 P2P Plattformen in den ich investiert bin, bzw. über die ich investiere.

EstateGuru
Es wird in Immobilien investiert und mir ist bisher noch kein Ausfall eines Kredites bekannt. Nachteilig empfinde ich den Mindestbetrag von 25 € je Investition. Zudem sind die Kreditarten für geringere Investitionen eher Nachteilig, da erst bei mehreren Investitionen sich durch unterschiedliche Kreditarten ein konstanter passiver Geldfluss aufbauen lässt.

Mintos
Die undurchsichtige Ratingvergabe der Kreditanbahner, das abändern von Randbedingungen und das ständige informiert bleiben empfinde ich mittlerweile enorm als Nachteilig, auch wenn ich gute Rendite bei Mintos erwirtschafte.

Bondora
Beim Portfolio Pro blicke ich beinahe nicht mehr durch. Aktuell erhalte ich zwar nette Zinszahlungen, aber die Ausfälle werden immer mehr. Ob diese durch das Rückflussverfahren oder die erhaltenen Zinsen aufgefangen werden bleibt abzuwarten. Das Gefühl der Unsicherheit über eine Rendite nagt einfach an mir, auch wenn ich durch andere Blogs und Videos es besser wissen müsste.

Mein Weg die neue Aufteilung zu erreichen

Der schnellste Weg ist bei allen Plattformen die laufenden Kredite über den Zweitmarkt zu veräußern, vermutlich eher mit Verlusten als Gewinn. Am Längsten würde es dauern, die Plattformen einfach auslaufen zu lassen. Keine Reinvestition der anfallenden Zinsen in neue Kredite. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, solange keine neue Investitionen in die P2P-Plattformen zu tätigen, bis die Prozentuale Verteilung durch ansparen der anderen Klassen sich weit genug verschiebt. Alternativ ein Mix von all dem vorgenannten.

Um Max. 10% in der Anlageklasse P2P zu erreichen werde ich folgende Schritte gehen:

  • EstateGuru
    Keine Neuinvestition und keine Reinvestition der Zinsen findet statt, bestehende Kredite lasse ich auslaufen und werde voraussichtlich im Juni 2021 alle Gelder von EstateGuru abgezogen haben. Damit reduziere ich den Aufwand von 3 P2P-Plattformen auf nur noch 2.
  • Mintos
    Bei Mintos werde ich im November jegliche Reinvestition stoppen und bereits ab jetzt keine neuen Gelder investieren. Durch das stoppen der Reinvestition bleibt verfügbares Kapital auf dem Konto stehen das ich dann teilweise abziehen werde. So reduziere ich ohne größere Verluste die Gewichtung.
  • Bondora
    Den Portfolio Pro habe ich bereits gestoppt und werde weder reinvestieren noch neues Geld ins Portfolio Pro investieren. Stattdessen wird das zurückgezahlte Kapital nach und nach in dem Produkt Go&Grow umgeschichtet. Das wird recht langwierig werden und ca. 4 Jahre Zeit in Anspruch nehmen.

Momentan ist meine Planung Hauptsächlich Bondoro Go&Grow, so wie Mintos zu nutzen. Sollte sich jedoch in naher Zukunft herausstellen das mir der zeitliche Aufwand bei Mintos meiner Meinung nach zu hoch ist, so werde ich getreu dem Motto KISS nur noch in Bondora Go&Grow investieren. Nicht zuletzt auch, weil gerade Go&Grow ein P2P Produkt ist was wenig Zeitaufwand und eine relative monetäre Verfügbarkeit bietet.

Das ich dann gegebenenfalls nur noch bei einer Plattform investiert wäre beunruhigt mich keinesfalls, da durch die anderen Investitionen eine gute Diversifikation bereits erreicht ist.

Und wie schaut deine Gewichtung der Portfolio Aufteilung aus? Gehst du mehr Risiko ein oder hast du dir noch gar keine Gedanken dazu gemacht? Mir ist auf jeden Fall der P2P Anteil zu hoch geworden und werden den möglichst passiv reduzieren.

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