Warum ich ein Beratungsgespräch bei der DRV gemacht habe

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Warum ich ein Beratungsgespräch bei der DRV gemacht habe
Warum ich ein Beratungsgespräch bei der DRV gemacht habe
Bildquelle: Photo by Bruno Martins on Unsplash

In der ersten Januarwoche diesen Jahres hatte ich mir fest vorgenommen mich um meine Finanzen zu kümmern. Dazu sollte vor allem die Planung bis zur Rente gehören. Rente! Das hört sich noch so unwirklich weit weg an und das ist nicht gut. Denn dann schiebe ich das gerne vor mir her.

Zuerst habe ich ein wenig recherchiert, wer macht das heutzutage nicht? Nur leider machte das die Sache nicht klarer, zu viele wenn‘s und aber. Je mehr ich las umso wenig fühlte ich mich meiner Antwort näher. Dafür war ein Thema immer präsent, die Rentenlücke. Nur um die herauszufinden musste ich erst mal herausfinden, wie hoch wird meine Rente denn sein?

Erfreulicherweise gibt es bei uns in der Stadt eine Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung. Option A) wäre sich einen Tag frei zu nehmen, sich morgens früh dahin zu begeben und eine Wartenummer ziehen. Ich habe mich dann für Option B) entschieden und einen Termin über das Portal der DRV gebucht.

Das klappt sehr problemlos und du kannst angeben über welches Thema es beim Gespräch gehen soll, damit sich der Berater auf das Thema vorbereiten kann. Mein Termin lag dann 6 Wochen in der Zukunft und sollte um 11:00 Uhr stattfinden. Am Ende der Terminbuchung habe ich dann noch eine kurze Liste mit den mitzubringenden Unterlagen erhalten.

Natürlich habe ich mir im Vorfeld Gedanken zu dem Termin gemacht, und je näher der Termin rückte, umso mehr Fragen sammelten sich auf meiner Liste. Denn durch den Wechsel vom Arbeitnehmer zum Arbeitgeber habe ich in den ersten drei Jahren meiner Selbstständigkeit nur den halben Regelbeitragssatz gezahlt. Die Rentenbescheide wiesen einen immer niedrigeren Betrag aus.

Vorab hatte ich mal einen Versicherungsverlauf erhalten, kurz nach Beginn der Selbstständigkeit, in dem vier Monate als Lücke auftauchten.

Der Tag des Termins war gekommen und ich hatte rechtzeitig noch einen Parkplatz gefunden. Man möchte ja nicht selber zu spät zu einem Termin kommen. An der Info angekommen schilderte ich kurz weswegen ich hier bin und wies mich an noch Platz zu nehmen. Glück gehabt, der Warteraum war sehr voll, aber ein Stuhl war frei. Kurzer Blick auf die Uhr, 3 Minuten vor dem Termin. Meine Hoffnung bei dem vollen Wartezimmer schwand. Punkt 11:00 Uhr wurde ich aufgerufen und konnte zum Berater durchgehen, unter vielen missmutigen blicken. Eine jüngere Frau begrüßte mich und fragte was sie für mich tun könnte.

Frage 1: Wenn ich ab nächstem Jahr den vollen Regelbeitragssatz zahle, wie wirkt sich das auf die zu erwartende Rente aus?

Einmal Personalausweis und den letzten Rentenbescheid durfte ich rüber reichen, danach folgte ein tippen auf der Tastatur. Gefolgt von Blättern in einem Ordner und weiterem tippen auf der Tastatur. Nach gefühlten 10 Minuten dann die ernüchternde Antwort. Ich bekäme etwas über 100 € mehr heraus.

Okay, nur zum Verständnis. Aktuell zahle ich den halben Satz von 289 € und würde den ab nächsten Jahr auf den vollen Satz von 578 € für die nächsten 23 Jahre erhöhen, ohne Berücksichtigung von Anpassungen, macht bei Renteneintritt mit 67 Jahren einen Unterschied von etwas über 100 € ?!? WTF?

In Zahlen: 578 € * 12 Monate * 23 Jahre = 159.528 € Teile ich das durch 2 habe ich die Differenz von 79.764 € die ich mehr einzahle. In dem Moment war die Luft bei mir raus, Sprachlosigkeit. Kann das wirklich sein, wurde meine Frage richtig verstanden?

Weiter im Text, wir kommen zu
Frage 2: Wieso habe ich Fehlzeiten im Versicherungsverlauf?

Das konnte mir die junge Frau schnell erläutern, da die DRV selbst nicht die Daten erhält sondern nur die Daten übermittelt bekommt wurde darauf hingewiesen das zu den betreffenden Zeiträumen ein anderes Übermittlungsverfahren angewandt wurde.

Das bringt mich zu
Frage 3: Wie kann ich nachträglich die Nachweise über die fehlenden Zeiträume erbringen?

Sie: Fragen Sie doch mal ihren damaligen Arbeitgeber.

Ich: Der ist seit 6 Jahren im Ruhestand, die Firma gibt es nicht mehr. Zudem liegen die Zeiträume in 1996 und 1998. Selbst wenn, hätte die Firma die Akten nicht mehr.

Sie: Dann vielleicht über Ihre Lohnnachweise?

Ich: Hätte ich vor 20 Jahren gewusst das ich Fehlzeiten im Rentenverlauf aufgrund von Umstellungen der Datenübertragungsverfahren hätte, dann klar. Dann hätte ich alle Lohnnachweise seit Arbeitsbeginn aufgehoben.

Sie: Ja, verstehe.

Ich: Wer macht denn so was auch. Welche Möglichkeiten habe ich denn sonst noch die Fehlzeiten nachzuweisen?

Sie: Eventuell hat der Steuerberater ja noch Unterlagen davon.

Ich: Wir reden noch immer über Unterlagen von vor 20 Jahren! Zudem ist der Steuerberater auch nicht mehr aktiv.

Sie: Oh, dann gibt es nur noch die Möglichkeit sich an die Krankenkasse zu wenden.

Ich: Mhh, wie finde ich denn jetzt heraus bei welcher Krankenkasse ich damals gewesen bin?

Mein Resümee des Beratungsgespräches

Es ist definitiv nicht das letzte Beratungsgespräch gewesen das ich bei der DRV gehabt habe. Das bei vollem Regelbeitragssatz eine Erhöhung von 100 € herauskommt kann ich noch immer nicht glauben. Aber wer weiß das schon, vielleicht liege ich ja gänzlich falsch und die Aussage ist doch korrekt.

Meine Eltern wussten noch bei welcher Krankenkasse ich damals versichert war, so das ich die Krankenkasse jetzt anschreiben werde. Und selbst wenn ich die 4 Monate nicht mehr nachweisen kann, bleibt mir über Sondereinzahlungen in die Rente die Möglichkeit diese Fehlzeiten evtl. auszugleichen.

Auf meiner ToDo Liste steht neben dem Anschreiben an die Krankenkasse, herauszufinden wie sich die Rente unter Berücksichtigung der Einzahlung berechnen lässt. Das muss sich doch auch irgendwo verständlich und transparent nachrechnen lassen. Und danach wird ein neuer Termin bei der DRV gemacht.

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vg